Borken, 5. April 2016

UNESCO-Antrag der deutschen Friedhofskultur nimmt erste Hürde

Der Antrag, die deutsche Friedhofskultur in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufzunehmen, hat eine erste wichtige Hürde genommen: Der Hamburger Kultursenat hat die Bewerbung, die von einer Initiative verschiedener Friedhofsorganisationen in der Hansestadt eingereicht wurde, an die Kultusministerkonferenz weiterleitet.

Damit ist die Friedhofskultur-Bewerbung jetzt in der engeren Wahl der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK). Der VFFK steht auf der Unterstützerliste und brachte sich darüber hinaus mit einem Grußwort bei der Präsentation des Antrages in Hamburg im vergangen Jahr ein.

Friedhöfe in Deutschland haben eine vielfältige Bedeutung.
Friedhöfe in Deutschland haben eine vielfältige Bedeutung. Sie sind Erinnerungs- und Trauerorte, aber auch grüne Lungen der Städte. Sie können daher als Naherholungsflächen und Rückzugsorte für Mensch und Tier dienen.
Bild: VFFK, Borken

"Friedhöfe sind weltweit Bestandteil vieler Kulturen und Zeugnisse gesellschaftlicher Entwicklungen", betont Andreas Mäsing, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofskultur e.V. "Gerade hier in Deutschland haben Friedhöfe eine weitreichende kulturhistorische Bedeutung: Schlendert man über Friedhöfe, erfährt man bei der Betrachtung von Gräbern verstorbener Persönlichkeiten immer auch ein Stück Geschichte über den jeweiligen Ort. Auf Friedhöfen findet Begegnung statt und auch Erholung vom stressigen Alltag. Von daher ist es für uns als Verein nur der logische Schritt, die Schutzwürdigkeit der deutschen Friedhofskultur mit dem UNESCO-Antrag zu unterstreichen", so Mäsing weiter.

Die Hansestadt hatte den im Oktober eingereichten Antrag geprüft und vorgeschlagen, die UNESCO-Bewerbung der Friedhofskultur zu befürworten. Damit sind alle Voraussetzungen geschaffen, zunächst in das nationale Verzeichnis für das immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden. Die Aufnahme in das nationale Verzeichnis wiederum ist Voraussetzung für den Antrag auf Aufnahme in die UNESCO-Liste. Ob es mit dem nationalen Verzeichnis allerdings klappt, entscheidet sich im nächsten Frühjahr.

Insbesondere die Grabgestaltung ist in Deutschland ein Merkmal gelebter Trauerkultur.
Insbesondere die Grabgestaltung ist in Deutschland ein Merkmal gelebter Trauerkultur. Das Erinnern an verstorbene Weggefährten mit Blumen und Pflanzen sowie Grabbeigaben gehört zur Tradition auf Friedhöfen.
Bild: VFFK, Borken

Für die Bewerbung hatten sich die großen Verbände und Institutionen im deutschen Friedhofswesen zu einer Initiative zusammengefunden. Mit dabei sind der Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur e.V., der Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau e.V., der Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands, der Bundesverband deutscher Bestatter mit dem Kuratorium deutsche Bestattungskultur, der Verband für Gedenkkultur und der Bund deutscher Grabmalhersteller. Unterstützt wird der Antrag auch von vielen weiteren Gruppierungen wie der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal mit dem Museum für Sepulkralkultur Kassel.

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